Camper Boden isolieren - Mercedes Sprinter - Titel

Camper Boden isolieren – was passt, was nicht?

Unser Kombi hat bereits einen Boden allerdings ist der nicht Wohnmobiltauglich. Zu viele Löcher und Öffnungen und der allgemein schlechte Zustand machen einen Austausch erforderlich.

Jetzt gibt es zwei Optionen: eine Bodenplatte kaufen oder selbst bauen. Vorteil Kauf: mit knapp 500€ sind alle Sorgen weg und man hat eine tolle und widerstandsfähige Platte inklusive widerstandsfähigem Belag im Bus. Naja, fast. Der Nachteil: diese Platten sind nicht auf Kombis zugeschnitten (Aussparungen für die Sitzschienen fehlen), haben keine Dämmung und haben vorgefertigte Öffnungen für Zurrösen wo wir keine Öffnungen benötigen. Des weiteren sind die Platten auch einfach auch zu dick für unsere Zwecke aber dazu gleich mehr. Die Devise lautet also wieder: selbst bauen!

Wenn man sich den nackigen Blechboden ansieht, findet man drei verschiedene Höhenniveaus. Am tiefsten Punkt sind die Sitzschienen für unsere zweite Reihe verschraubt – wofür die anderen beiden gut sind, weiß wahrscheinlich der Geier. Punkt ist, wir müssen das irgendwie ausgleichen und gleichzeitig dämmen. Die Dämmung muss also trittfest sein und soll nicht in den Längsrillen herumklötern – Styroporklötze scheiden damit schon mal aus.

Gleichzeitig dürfen wir eine Maximaldicke des Bodens von 12mm ab dem höchsten Punkt nicht überschreiten, da sonst vorn die Sitzschienen nicht mehr passen, die am tiefsten Punkt des Blechbodens verschraubt sind. Die Dämmung des Bodens wird also nicht so üppig ausfallen, wie bei den Wänden oder der Decke.

Camper Boden Isolieren – aber womit?

Einige sagen Armaflex wäre gut, um den Camper Boden zu isolieren – ich finde es aus zwei Gründen nicht gut: einmal will ich Armaflex nicht auf den Blechboden kleben, weil ich dann im Falle eines Falles verrückt werden würde es wieder abzubekommen und zum anderen – und selbst wenn man es einfach unten an die Bodenplatte klebt, statt aufs Blech – würde es an den höchsten Punkten so stark gepresst, dass der Boden mit Sicherheit federn würde.

XPS Platte ist mein Favorit, gibt es aber nicht in so krummen Maßen wie 8mm oder 11mm Dicke zu kaufen. Es muss also ein Dämmungs-Unterbau her, der aus mehreren trittfesten Isolierschichten besteht. Hmmmm…

Nach weiterer Recherche haben wir uns für Kork entschieden um den Camper Boden zu dämmen. Es ist leicht, wasserfest, organisch und sehr leicht zu verarbeiten. Hier gibt es die richtigen Dicken zu kaufen – bzw. man kann sich die richtigen Dicken zusammenstückeln. Jetzt gibt es Korkplatten üblicherweise in 0,5qm Platten also ist die nächste Aufgabe abzuschätzen wieviele ich davon benötigen werde – denn billig ist Kork leider nicht. Ich entscheide mich für 1qm 10mm (2 Platten), 1qm 1mm (2 Platten) und 4,5qm 8mm (9 Platten). Am Ende soll noch etwas davon übrig bleiben – 4qm der 8mm Platte hätten auch gereicht aber jetzt habe ich noch was für ne Pinnwand oder kann es irgendwo noch als Dämpfer nehmen. In Summe hat das ganze knapp 200€ gekostet.

Zwischen Kork und Bodenplatte (hier im Bild unter der Wasserwaage) kommt dann noch Aluminium-Hitzeschutzfolie (zum Reflektieren der Wärmestrahlung), wie man sie üblicherweise im Trockenbau als Dampfsperre einsetzt. Diese schlägt mit 50€ zu Buche. Die kleinste Rolle hat 70qm, was bei einem 9qm Fussboden natürlich viel zu viel ist – wahrscheinlich werde ich sie aber nochmal verwenden, wenn ich den Dachhimmel baue.

Bodenplatte

Die Entscheidung bei der Bodenplatte fiel im Gegensatz zur Bodenisolierung einfach – es wird eine 12mm Siebdruckplatte aus dem Baumarkt. Diese Platten sind megarobust und vor allem wasserdicht. Ein möglicher Wasserschaden lässt mir also nicht den ganzen Boden aufquellen und er wird sich auch nicht durch hohe Luftfeuchte ausdehnen oder verziehen. 15mm Dicke ist mir zu schwer – wir wollen ja jedes Gramm Gewicht sparen. Allerdings sind die Platten auch nicht ganz billig mit 80€ das Stück und durch die doofen Baumarkt-Maße, brauchen wir vier davon.

Das klingt jetzt in Summe nach nem ganz guten Plan – aber ich mir da vielleicht ein bisschen viel vorgenommen? Wahrscheinlich. Aber ich finde es klingt gut.

Stückliste/Werkzeuge:

  • Kork 1qm x 10mm
  • Kork 1qm x 1mm
  • Kork 4,5qm x 8mm (4qm reichen)
  • Hitzeschutzfolie
  • Siebdruckplatte 4 x 2500mm x 1250mm