Sprinter Gewichtsverteilung

Hose runter, Bauch einziehen! Ab auf die Waage.

Ich hatte es im letzten Blog schon angesprochen, dass wir uns einen möglichst leichten Camper bauen wollen. Um nun die Innenkonstruktion konkreter zu machen, brauchen wir erstmal einen Überblick über die Ausgangslage. Als der Bus komplett auseinander war (leer und nix als nacktes Blech), habe ich ihn auf einer Schrottplatzwaage messen lassen und da wog er 2378kg vollgetankt.

Seitdem hat sich einiges getan. Es wurde Dämmung angebracht, Dachfenster eingebaut, ein sauschwerer Fußboden samt Dämmung, eine Zweiersitzbank eingebaut, Drehkonsolen für die Einzelsitze vorn und noch bisschen Kleinkram hier und da.

Alles Dinge die man im Nachhinein nicht mehr bewegen kann. Weiter muss man 4x75kg für die vier Sitzplätze abziehen. Wenn ich dann noch an so Schwergewichte wie Wassertanks, Batterien, Kühlschrank, Matratzen, Solarzellen oder Motorrad denk, wird mir etwas flau.

Wer misst, misst Mist.

Wiegen wir mal los. Dazu habe ich bei Fritz Berger eine Fahrzeugwaage der Firma Reich gekauft. Da ich die Räder einzeln wiege und der Bus eh nicht die 3500kg überschreiten darf, reicht also die kleine Waage bis 1000kg.

Beim Wiegen ist darauf zu achten auf einer möglichst ebenen Fläche zu stehen. Weiter sollte man die Räder pro Achse auf eine Ebene zu bringen, da man sonst die Federkraft des eingefederten Rads mit misst. Zusätzlich habe ich den Bus nach der ersten Messreihe (alle vier Räder) um 180° gedreht und nochmal gemessen, um das leichte Gefälle des Supermarktparkplatzes auszugleichen. Das wäre von den Messwerten her aber gar nicht nötig gewesen.

Also, was haben wir denn jetzt gemessen? Vor allem meinen fetten Hintern! Eine Schwäche der Waage ist, dass man nicht aussteigen kann, wenn der Bus draufsteht, um den Wert abzulesen, sondern langsam drüber fahren muss und sich die Waage den höchsten Wert merkt. 84kg müssen also nachträglich abgezogen werden. Das geht beim Gesamtgewicht recht leicht aber wie machen wir das mit den Einzelradlasten? hmmmm…

Hier die Resultate meiner Ausgangsbasis. Noch mal zur Erinnerung, das ist nicht das Leergewicht des Sprinters! Hier ist schon Dämmung, Zweiersitzbank, Dachfester, etc. verbaut.

Man sieht gut, dass sich das meiste Gewicht auf der linken Seite und besonders vorn links befindet. Das liegt einmal am vollen Tank (unterm Fahrzeug in Fahrtrichtung links) und am Fahrer.

Meine Basis wiegt in Summe 2644kg vollgetankt. Zieht man meinen Hintern ab, rechnet die pauschalen 300kg für die vier Sitze und 200kg fürs Motorrad mit drauf, bleiben (bei einem Maximalgewicht von 3500kg) 440kg für den kompletten Innenausbau.

Ist das jetzt viel oder wenig? Wie geht’s weiter?

Jetzt geht zum einen darum, das Gewicht aller Einbauten zu messen, um sicherzugehen, dass wir am Ende genügend Nutzlast übrig haben. Zum anderen geht’s darum, die Position der Einbauten so festzulegen, dass das Gewicht möglichst gleich verteilt ist. Das Ideal (wenn auch unmöglich zu erreichen) ist eine 25% Gewichtsverteilung pro Rad. Mein Ziel ist es, sich diesem Wert zumindest anzunähern.

Ich werde jetzt anfangen die Gewichte der Einzelkomponenten (Kühlschrank, Wassertank, etc.) zu sammeln und dann deren Massen in eine Gewichtsmatix eintragen. Damit man habe ich einen Überblick übers zukünftige Gesamtgewicht und kann nachvollziehen, an welcher Ecke etwas zu viel ist und wo noch was hin kann. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr…